Multiplay(w)er? // Wohin des Weges, alter Freund?

Spielen soll Spaß machen. Klar. Ist ja auch Sinn und Zweck der Übung. Und noch mehr Spaß als allein, machen seit jeher Spiele, die zusammen mit anderen gespielt werden können. Ob man aber mit der Richtung, in die sich der Multliplayer seit einigen Jahren bewegt, einverstanden ist, steht auf einem ganz anderen Blatt…

Online Multiplayer oder lieber aufm Sofa?

Früher: War alles besser (ja, ich mag das). Man traf sich mit Freunden zur Lan-Party (nein, ich meine nicht diese überkommerzialisierten Riesen-Dinger, sondern die) im Keller, Dachboden, Bahnhofsvorraum der Eltern oder wo auch immer, stellte sein, im Auto angekarrtes, Equipment auf, vernetzte alles und schon konnte es los gehen. Meistens jedenfalls. Dann wurde das ganze Wochenende gespielt. Age of Empires 2, C&C, die ersten CounterStrike Betas, die ein Kumpel in stundenlanger Arbeit aus dem Internet gezogen hat, also alles, was irgendwie Spaß machen könnte. Dazwischen wurden noch Videos getauscht, Filme geschaut, Pizza gegessen und so wenig wie möglich geschlafen.

Lan-Party - Exemplarisches Beispiel
Lan-Party – Exemplarisches Beispiel

Heute: Setzt sich der geneigte Teen vor seinen, von Mama und Papa (Achtung: Mutmaßung) bezahlten High-End Rechner oder die Konsole und spielt über das Internet. Mal mit Leuten, die er kennt, meistens aber wohl mit ihm völlig fremden Menschen.

Ich hab das auch mal probiert. Erst 2004 oder 2005 mit CounterStrike-Source, später mit der Online-Variante von Quake 3 Arena. Beides hat nicht all zu lang gedauert. Denn mir hat immer etwas gefehlt: Menschliche Nähe, echte Emotionen und Freunde.

Klar, man könnte diese Teamspeak(oder wie das heißt)-Geschichte anmachen. Aber leider hört man dann meistens nur irgendwelche Grütze, in einer Qualität, die meine Ohren schmerzen lässt. Meins ist das jedenfalls nicht.

Da lobe ich mir doch die „gute alte Zeit“, in der wir mit einem Nullmodem-Kabel Doom zu zweit gespielt haben, es auf Lan-Partys (anfangs) immer einen Schrei der Entrüstung gab, wenn jemand mitten in der Partie abgeholt wurde und somit die mühsam aufgebaut Token-Ring-Konstruktion unterbrochen werden musste oder aber die lustigen Stunden zu zweit vor einem Rechner mit Split-Screen bei Need for Speed und natürlich Hot-Seat-Sitzungen bei Anstoss, Eishockey Manager und Konsorten. Gottverdammt, mir hat sogar die Demo von Need for Speed – Brennender Asphalt mehr Spaß gemacht, in der man abwechselnd die Route Adonf (weiter unten sieht man sie) drölfundachtzigmillionenmal gefahren ist. Nur um zu sehen, wer, wo und wie noch ein paar Millisekunden aus der Strecke holen kann.

Token Ring
Token Ring – einer geht, alle schreien

Nehmts mir nicht übel, aber eure Online-Spielereien kommen mir immer so ein bischen vor wie Facebook: Da sind zwar Leute – aber von Freunden kann keine Rede sein und die meisten geben eh nur Stuss von sich.

Und wo alle über Nintendo meckern, weil die ja mal so gar keine Ahnung von Online-Multiplayer haben, kann ich nur sagen: Jawoll, alles richtig gemacht. Mehr Spaß auf einem Sofa geht nicht. Mit echten Freunden, Emotionen und Spaß.

In diesem Sinne…

Nachtrag: Das liest hier ja eh niemand. Aber: Bevor jemand auf die Idee kommt hier jetzt rumpöbeln zu müssen, von wegen ich würde mit Elite: Dangerous ja einen reinen Online-Titel spielen… Ja, ist korrekt. Aber immer nur Solo. Und jetzt die Route Adonf:

One comment

  1. […] Als ich jünger war (das waren so etwa die 90er bis ins Jahr 2005), war es Usus Spiele auf Disketten zu teilen. Später auf überteuert gebrannten CDs, aber das ist eine andere Geschichte. Wir waren es gewohnt diese Spiele in großen Teilen nur anzuspielen und dann nie wieder zu installieren. Es war normal. Natürlich gab es Ausnahmen, aber der Anteil nur angespielter Spiele war wesentlich größer, als der der durchgespielten. Man denke nur an die Tauschorgien auf Lan-Partys. […]

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