Digitale Teenager // Mit dem Smartphone in die Depression?

Sooooo, Freunde der seichten Abendunterhaltung. Da hat DIE WELT doch wahrhaftig mal wieder eine ihrer Praktikantinnen was schreiben lassen. Denn so genannte Erwachsene wissen natürlich nicht, warum das Handy der jungen Dame den ganzen Tag brummt. Gut, dass sie es uns jetzt endlich erklärt hat. Oder ist es doch nur Elisabeth Müller von Blumencron?

Der Text (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht von einer Praktikantin geschrieben) besteht aus verschiedenen Textblöcken, die sich einzelnen Apps widmen.

Im ersten Abschnitt geht es allerdings noch um das mysteriöse Ganze: „Für Erwachsene sind unsere Handys und das, was sich darauf befindet, ein großes Rätsel, ein Geheimnis. Wir haben somit etwas, was die Älteren nicht wissen.“. Soso. Ist das wirklich so? Der Inhalt des Handys bestimmt, aber das Handy an sich? Ich glaube kaum. Und ab wann bitte ist man erwachsen?

Dann geht’s auch schon mit WhatsApp los. Die angeblich wichtigste Funktion des Smartphones und ein Meisterwerk der Kommunikation. Kostenlos zur Verfügung gestellt, mit Gruppenchats und wer keins hat ist ausgegrenzt. Frei nach dem Motto: Passe dich ja der Allgemeinheit an und sei bloß immer erreichbar, sonst bist du es nicht wert mit uns befreundet zu sein. Schließlich schicken auch Lehrer wichtige Nachrichten an Schüler. Aber wohl eher abseits des Unterrichts, oder?

Weiter geht es mit Instagram – dem „Catwalk“ der sozialen Netzwerke. Hier präsentiert man sich heute und lotet seinen Wert innerhalb der Gesellschaft aus. „Wer die meisten Likes hat, ist am beliebtesten“. Ich denke dieses Zitat sagt, neben dem folgenden, alles. „Und wessen Bild auch nur die kleinste Unvollkommenheit aufweist, muss sich auf einen heftigen Schub fieser Kommentare einstellen.“ Läuft bei euch… NICHT.

Der nächste Kandidat ist Snapchat. Angeblich gemacht, um die hässlichsten Grimassen zu verschicken. Ja ne, is klar. Fragt mal englische Teenager, was die damit machen. Und weil die Bilder ja spätestens nach 10 Sekunden wieder gelöscht werden ist das auch extrem sicher. … Außer natürlich jemand macht einen Screenshot. Aber da gibt es ja zum Glück ein ungeschriebenes Gesetz, dass man das nicht machen darf.

Nächster Punkt: Facebook. Fazit: Fast tot, weil nicht mehr hip. Aber Videos gegen Langeweile gibts trotzdem. Punkt

So, gespielt wird dann auch noch. Aber nach eigener Aussage nur sinnlose Spiele, die einen hohen Suchtfaktor haben. Ah ja.

Abschließend geht der Artikel noch darauf ein, dass die Jugendlichen ja trotzdem noch ein reales Leben mit Kino, Eisessengehen und so hätten. Aber komischerweise sehe ich diese so genannten Jugendlichen auch beim Eisessen oder im Kino immer auf ihr Display starren. Unterbrochen nur von einigen kurzen Wortfetzen.

Was bleibt also nach der Lektüre dieses Artikels bei mir zurück? Jugendliche werden heute durch ihre Smartphones zu willenlosen, naiven Arbeitsbienen erzogen. Immer erreichbar, immer einsatzbereit. Die Parole: Du bist nur etwas wert, wenn du viele Likes hast und möglichst beliebt bist. Das wirst du, indem du dich präsentierst. Immer, überall und möglichst so, dass alle es toll finden. Du spielst süchtig machende, sinnlose Spiele. Aber auch nur so lang, wie das jeweilige Spiel gerade hip ist. Dein Smartphone ist ein „Wesen“. Ach so, und wenn wenn es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, macht auch niemand Blödsinn mit deinen Bildern.

Na dann, herzlichen Glückwunsch. Danke, liebe WELT.

Nachtrag:

„Früher haben sich die Menschen dann eben Briefe geschrieben. Oder Freundinnen haben stundenlang telefoniert, auch wenn sie sich kurz davor und kurz danach schon wieder gesehen haben.“

Ja, haben sie. Aber wenn der Brief geschrieben war, war er erstmal ne Weile unterwegs und früher oder später wurde die Telefonrechnung einfach zu hoch. Die ersten Telefonflats gab es nämlich erst Anfang des Jahrtausends.

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