Liont – Löwenkind // Wie Zlatko, nur in schlecht

Ich mag Youtuber. Hab ich ja schon hier gesagt. Sie sind der Quell an Inspiration, die diesem Land gefehlt hat. Ihr Leben zu begleiten ist spannender als die Trovatos und interessanter als Let’s Dance. Jetzt hat sich – zu unser aller Überraschung – herausgestellt, dass die Jungs auch noch gnadenlos gute Musiker sind. Zumindest Liont. Denn der hat jetzt mit Löwenkind ein gefeiertes Debüt hingelegt.

Kennt hier noch jemand Zlatko? Den sympathischen jungen Mann aus der ersten BigBrother Staffel? Für alle zu spät geborenen, hier mal Anschauungsmaterial: Wikipedia, Ausschnitt, Lied. Nach seinem „Auszug“ (teilweise sogar schon vorher) aus dem Container dachten sich einige findige Musikverantwortliche, dass es eine prima Idee wäre, mit dem noch bestehenden Zlatko-Hype ein bisschen Geld zu verdienen. Also wurde der merkwürdige Mazedonier in ein Studio gepackt, ein bisschen günstige Musik abgespielt und fertig war der Hit. Die Folge: Zwei Nummer 1 Singles und das Album stieg bis auf Platz 7. Hat also prima funktioniert der Plan. Dass er überhaupt nicht singen konnte, hat man dann bei seinem Auftritt zum Vorentscheid zum Grand Prix gesehen…

Löwenkind - Das Neue Album von Liont
Liont – Täter, nicht Opfer

Aber wieder zurück ins hier und jetzt. Liont ist ein scheinbar recht erfolgreicher Youtuber, der in seinem Kanal extreeeem interessante Videos einstellt. Und weil er ja schon so viele Follower und Fans hat, ist es natürlich auch hier eine prima Idee, diese vorhandene Basis in einen pekuniären Gegenwert umzusetzen. Und wie geht das einfacher, als mit einem Album und einer folgenden (?) Tour? Also wurde der rappende Gartenzwerg in ein Studio gepackt, ein bisschen günstige Musik abgespielt und fertig ist der Hit, bzw. gleich das ganze Album. Und es verkauft sich wie geschnitten Brot. Klingt nicht gut, ist schlecht gerappt und inhaltlich debil – aber sei’s drum. Ist ja Geschmackssache.

Das Problem bei der Sache ist meines Erachtens nach ein völlig anderes: Die Zlatko-Fans, die seinerzeit in den Laden gerannt sind um sein Produkt käuflich zu erwerben, waren mündig. Möglicherweise ein wenig beschränkt, aber größtenteils Erwachsen und mit einem gewissen Grad an Lebenserfahrung ausgestattet. Bei Liont sieht die ganze Sache wohl doch ein bisschen anders aus: Die Fans rekrutieren sich hier primär aus minderjährigen, größtenteils weiblichen Personen, die viel zu jung sind um zu durchschauen, dass hier das große Geld auf Kosten ihrer Naivität gemacht werden soll. Und zwar mit debiler Grütze. Es ist nicht schlimm, seichte, nichts sagende und zum Teil dumme Texte musikalisch zu Veröffentlichen. Das haben die Doofen auch gemacht. Aber das Zielpublikum war anders. Ich will hier in keinem Fall die Fans von Liont beleidigen. Allerdings finde ich derartige Machenschaften schlicht zum kotzen.

Im übrigen glaube ich nicht, dass die Texte komplett von ihm allein geschrieben worden sind. Nicht weil sie sonderlich gut wären, sondern weil es für das Musikgeschäft ungewöhnlich wäre. Denn wer das glaubt, war auch der Meinung, dass Tokio Hotel und LaFee ihre Texte selbst geschrieben haben…

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