Rocket League // Eine Abrechnung mit dem Online-Gaming

Wie ich schon das ein oder andere mal mitgeteilt habe, bin ich kein sonderlich großer Fan von Online-Spielen. Nichts desto weniger Trotz kam ich nicht umhin mir irgendwann RocketLeague anzuschauen. Und zugegeben: Ich habe dort schon einige tolle Momente erleben dürfen, extrem sympathische Mitspieler getroffen und inzwischen über 240 meist vergnügliche Stunden verbracht. Allerdings gibt es auch einen Punkt, der mich massiv stört.

Ich habe ehrlich gesagt keinen Namen für diese Art von Personen. Nennen wir sie also mal liebevoll und väterlich: Kinder. Und diese Kinder gehen mir – gelinde gesagt – ziemlich auf den Sack. Um eines vorweg zu nehmen: Ich bin kein extrem talentierter Spieler und Aerials (wird das so geschrieben?) kann ich nicht (ich bin da wirklich zu doof für) und versuche es auch dementsprechend nicht. Ich finde es mitunter sogar anstrengend, einigen Kameraden beim Ranked-Spiel bei ihren Aerial-Versuchen zuzuschauen, die meist gänzlich in die Hose gehen. Übt das doch bitte im freien Spiel oder im Training. Trotzdem reicht mein Können um den Großteil meiner Partien zu gewinnen und hin und wieder Spiele sogar allein zu entscheiden oder zumindest entscheidend zu prägen. Ich bin also nicht soooo schlecht.

Dennoch sieht man sich immer wieder massiven Beleidigungen ausgesetzt, die in den meisten Fällen an den Haaren herbeigezogen sind. Noob und Lucker sind dabei noch die friedlichsten Formen der verbalen Fäkal-Absonderung. Heute Morgen zum Beispiel habe ich exakt 2 Partien gespielt. Beide gewonnen. Die eine 5:2, die andere 3:2 (nach 0:2 Rückstand) kurz vor Schluss. Ich durfte mich in BEIDEN Spielen DURCHGEHEND als Lucker, Idiot, Bitch, Noob und Ähnliches beschimpfen lassen. Ich solle doch sterben, verrecken oder sonst was. Nun bin ich mit meinen inzwischen über 30 Jahren nicht unbedingt zart besaitet und derartige Beleidigungen prallen an mir ab wie der nächstbeste Schläger an Bud Spencer (Gott habe ihn selig). Ich denke allerdings, dass so ein Umgang, insbesondere bei jüngeren Spielern, zu massiven Verstörungen führen kann. Unabhängig davon, dass es einfach von schlechter Erziehung zeugt, nicht verlieren zu können.

Besonders schlimm finde ich diese Anfeindungen, wenn sie von „Teamkameraden“ kommen. Wenn also der eigene Mitspieler ausfallend wird, weil man mal einen Fehler macht und nicht so „Pro-Gamer“ ist, wie er es sich wünscht. Meistens ist er allerdings selber gar nicht soo „Pro“, wie er denkt.

Vollständig raus bin ich dann, wenn der jeweils krakelende Spieler meint, kurz vor Schluss das Spiel verlassen zu müssen, weil er ja sonst Punkte verlieren würde. Da nimmt er lieber eine Sperre von 15 Minuten in Kauf. Geht es hier um Leib und Leben? Um die Weltsicherheit? Wohl kaum. Es geht um ein Spiel, das allen Spaß machen soll. Und wenn ich ganz ehrlich sein darf, so etwas hat es früher nicht gegeben. Zumindest nicht in meinem Bekanntenkreis und vor allem nicht auf Lan-Partys. Wenn man verliert, dann bitte mit Anstand und Würde. Und nicht, wie ein kleines Kind, dem sein Schnuller geklaut wurde. Denn früher wurde man für ein derartiges Verhalten erstmal eine Runde ausgelacht. Das geht in der Anonymität des Internets natürlich nicht. Schöne, neue Online-Welt. Danke.

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